Reiseführer zu Drehorten entlang der Route 66 in LA
Die historische Route 66 führt durch einige der berühmtesten und fotogensten Viertel von Los Angeles. Von der Innenstadt von Pasadena, westlich entlang des Sunset Boulevard von DTLA und dann den Santa Monica Boulevard hinunter bis zum glitzernden Pazifik – dies gilt als die „letzte Etappe“ der historischen Route. Es ist also keine Überraschung, dass Orte an dieser geschichtsträchtigen Straße in Filmen, Fernsehsendungen, Musikvideos und sogar in Videospielen eine prominente Rolle gespielt haben.
Hier sind zwölf Drehorte entlang der Route 66, von Pasadena bis zum Santa Monica Pier.
Fair Oaks Pharmacy, South Pasadena
Die Fair Oaks Pharmacy, die 1915 als South Pasadena Pharmacy eröffnet wurde, ist ein Ort voller Nostalgie und war einst eine Attraktion an der Route 66, als Apotheker noch eine Doppelrolle übernahmen und sowohl am Mittagstisch bedienten als auch Rezepte ausstellten. Heute verfügt sie nach wie vor über eine Compounding-Apotheke und eine Soda-Bar und ist zudem ein Café und Frühstückslokal, ein Retro-Geschenk- und Kuriositätenladen sowie ein Nachbarschaftsrestaurant. Die Fair Oaks Pharmacy war 2002 in der Adam-Sandler-Komödie „Mr. Deeds“ als die Drogerie an der Ecke im fiktiven Westchestertonfieldville zu sehen, der angeblichen Heimatstadt der TV-Boulevardreporterin Babe Bennett (Wynona Ryder), die sich dort als Schulkrankenschwester ausgab. (Der Drehort für ihr angebliches Elternhaus liegt im nahegelegenen Pasadena). Abgesehen davon, dass sie im Film in Iowa liegt, ist die Fair Oaks Pharmacy perfekt besetzt als fester Bestandteil einer Kleinstadtgemeinde mit Nostaliefaktor.
Cindy’s, Eagle Rock
Auch wenn Sie noch nie in Cindy’s Restaurant in Eagle Rock gegessen haben, haben Sie es vielleicht schon einmal auf dem Bildschirm gesehen. Seit den 1940er Jahren als Gaststätte und seit 1963 als Cindy’s bekannt, taucht dieses unscheinbare Juwel im Googie-Stil in dem mit Stars besetzten Film „Wie überleben wir Weihnachten?“ aus dem Jahr 2004, in dem weniger starbesetzten Film „Ouija“ aus dem Jahr 2014 und in einer Folge der 6. Staffel der TV-Serie „Sons of Anarchy“ auf. Das farbenfrohe Diner war auch in den Fernsehserien „Parenthood“, „Aquarius“ und „Secrets and Lies“ zu sehen. Doch Cindys nachhaltigste und völlig unverhüllte Hauptrolle spielt es in Justin Timberlakes Musikvideo „Can’t Stop the Feeling“ aus dem Jahr 2016, das mit seinem Route-66-era-Schild beginnt, zahlreiche Innenaufnahmen enthält und fast 2 Milliarden Aufrufe auf YouTube verzeichnet.
7th and Broadway, Downtown Los Angeles
Die Kreuzung Seventh und Broadway war der ursprüngliche westliche Endpunkt der Route 66, bevor diese bis nach Santa Monica verlängert wurde. Als die Route 66 1926 ausgewiesen wurde, war diese Kreuzung in Downtown die verkehrsreichste der Welt – ein chaotisches Gewühl aus klapprigen frühen Automobilen und dicht gedrängten Fußgängern. Heute ist sie Teil von L.A.s (im wahrsten Sinne des Wortes) glitzerndem Jewelry District, bleibt ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und ist als sehr fußgängerfreundliches Viertel ein idealer Ausgangspunkt, um mehrere berühmte Drehorte zu besuchen, ohne umparken oder wieder auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen zu müssen (die das Gebiet gut bedienen). Der nahegelegene Pershing Square ist ein rund zwei Hektar großer postmoderner Platz, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1866 zurückreichen und der in Filmen wie „Bodyguard“, „Beverly Hills Cop“ und „Ich bin Sam“ sowie in Fernsehserien wie „Knots Landing“, „The Incredible Hulk“ und „Falcon Crest“ zu sehen war. Ebenfalls in der Nähe befindet sich der lebhafte und farbenfrohe Grand Central Market, der ein Jahrzehnt vor der Route 66 eröffnet wurde und in Filmen wie „La La Land“, „Midnight Run“, „Most Wanted“ und „Stadt der Engel“ zu sehen ist.
Figueroa Street Tunnels, Elysian Park
Umgeben von reflektierenden Fliesen, grellen Scheinwerfern und Fahrzeugen, die auf scharfen, abrupten Rampen hin- und herflitzen, kann sich die Fahrt durch die Figueroa Street Tunnels wie eine Szene aus einem Science-Fiction-Film anfühlen, besonders nachts. Tatsächlich wählte Regisseur Ridley Scott diese lebendigen Wahrzeichen des Elysian Parks, die einst Teil der Route 66 waren, als Drehort für seinen äußerst einflussreichen Science-Fiction-Film „Blade Runner“ aus dem Jahr 1982. In dem Film fährt Harrison Ford durch einen der Tunnel, während er sich die Aufzeichnung eines Mordversuchs anhört. Einige der vier Figueroa-Street-Tunnel waren auch in der Romantikkomödie „Wo die Liebe hinfällt …“ mit Jennifer Aniston aus dem Jahr 2005, im Abspann des PlayStation-Videospiels „Twisted Metal“ von 1995 und im Vorspann des Films „Duell“ von 1971 zu sehen (obwohl der prominentere Tunnel in diesem Kultklassiker im nördlichen LA County in der Nähe von Agua Dulce liegt).
Paradise Motel, Echo Park
Das Paradise Motel liegt westlich der Innenstadt von LA am Sunset Boulevard und wurde 1958 in der Blütezeit ähnlicher Motels an der Route 66 erbaut, die einst die 3.940 Kilometer lange Strecke säumten. Auch wenn es seinem Namen heutzutage nicht mehr ganz gerecht wird, hat sich das noch immer in Betrieb befindliche Paradise im Laufe der Jahre als Filmkulisse bewährt. In der erfolgreichen Teenager-Dramaserie „The O.C.“ aus den 2000er Jahren wird es unverhüllt als schäbiges Motel irgendwo zwischen Newport Beach und Tijuana dargestellt, in dem eine Gruppe von Teenagern nach einem Autounfall festsitzt. Der Auftritt des markanten L-förmigen Gebäudes südlich des Dodger Stadiums in „Water & Power“ ist geografisch viel passender, da der Film aus dem Jahr 2013 ein düsteres Angeleno-Krimidrama ist, das im benachbarten Eastside L.A. spielt.
Echo Park Pawn Shop & Luxe de Ville, Echo Park
Die einzigartig nuancierte Horrorkomödie „Drag Me to Hell“ aus dem Jahr 2009 ist gespickt mit leicht wiedererkennbaren Schauplätzen in L.A. Darunter befindet sich der Echo Park Pawn Shop, der völlig unverhüllt zu sehen ist, wobei sein Name und die Hausnummer am Sunset Boulevard deutlich erkennbar sind. Dort verkauft die Protagonistin Christine (gespielt von Alison Lohman) alles Wertvolle, was sie besitzt. Das Café, in dem sie sich im Film mit ihrem Freund Clay (Justin Long) trifft, war in Wirklichkeit das angesagte Bekleidungsgeschäft Luxe de Ville in der Nähe, ebenfalls an der Route 66 an der Ecke Sunset und Mohawk Street. Das Paar schlendert dann die Mohawk entlang und stößt auf den Laden einer Hellseherin, der zu dieser Zeit jedoch eine Boutique war.
Sunset Junction, Silver Lake
An der Sunset Junction bog die Route 66 vom Sunset Boulevard nach Westen auf den Santa Monica Boulevard ab. Dieses vielseitige Viertel in Silver Lake ist bei Kreativen und den von ihnen geschätzten Bars, Boutiquen und Restaurants beliebt – was es auch zu einer großartigen Kulisse für Dreharbeiten macht. Sein vielleicht bemerkenswertester Auftritt ist in der Romantikkomödie „So was wie Liebe“ aus dem Jahr 2005 mit Ashton Kutcher und Amanda Peet, in der die in Sunset Junction ansässige Bar Keeper (die Barzubehör, Glaswaren und Spirituosen verkauft) als Upon Gallery auftritt. Für die Szene im Waschsalon, in der Oliver (Kutcher) darauf wartet, dass die Fotografin Emily (Peet) in der Galerie erscheint, diente das längst geschlossene Sunset Launderland, Teil des historischen Black-Cat-Gebäudes, als Kulisse – innen wie außen.
Hollywood Forever Cemetery, Hollywood
Mit seinem Haupteingang direkt an der historischen Route 66 ist der 1899 gegründete Hollywood Forever Cemetery älter als die berühmte Autobahn. Sein gepflegtes, parkähnliches, 25 Hektar großes Gelände ist nicht nur die letzte Ruhestätte von Filmlegenden wie Cecil B. DeMille, Jayne Mansfield, Judy Garland und Rudolph Valentino, sondern war auch tatsächlich in Filmen wie „Fegefeuer der Eitelkeiten“, „L.A. Story“, „The Player“ und „Valentinstag“ zu sehen. Im Fernsehen taucht er in „Columbo“, „Californication“ und – vielleicht am passendsten – in „Six Feet Under“ auf. Der Hollywood Forever Cemetery veranstaltet in den wärmeren Monaten auch klassische Filmvorführungen im Freien (das gibt es nur in Hollywood!) sowie andere kulturelle Events wie Konzerte, Autorenabende, Podcast-Aufnahmen und sogar Comedy-Shows, aber auch private Veranstaltungen wie Album-Release-Partys und „For Your Consideration“-Events.
Paramount Studios, Hollywood
Angrenzend an Hollywood Forever, auf einem Grundstück, das einst zum Friedhof gehörte, sind die legendären Paramount Studios erwartungsgemäß Drehort für unzählige Produktionen für die große und die kleine Leinwand. Zu den bei Paramount gedrehten Filmen gehören „Once Upon A Time … In Hollywood“, „Brautalarm“, „Verblendung“ (englisches Remake von 2011), „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“, „Spider-Man 3“ und „Mission Impossible III“. Zu den TV-Hits, die in dem 26 Hektar großen Komplex produziert wurden, gehören „Landman“, „Tulsa King“, „The Agency: Central Intelligence“ und „Mayor of Kingstown“. Bei einer Paramount Pictures Studio Tour erfahren Sie mehr über diese Produktionen und die über 100-jährige Filmgeschichte des Studios. Dazu gehören Besichtigungen hinter den Kulissen von Requisitenlagern, dem New York Backlot und legendären Drehorten sowie – bei der VIP-Tour – exklusiver Zugang zu den Archiven und Archivaren von Paramount.
The Formosa, Hollywood
Das 1925, fast zeitgleich mit der Route 66, eröffnete, ursprünglich in einem Red-Car-Straßenbahnwagen des Preisboxers Jimmy Bernstein untergebrachte, geschichtsträchtige Restaurant und Bar Formosa ist in vielerlei Hinsicht Teil der Filmgeschichte. Da sich direkt gegenüber ein Studiogelände befand (ursprünglich das United Artists Studio, später das Samuel Goldwyn Studio und die Warner Hollywood Studios), waren Stars wie Humphrey Bogart, Clark Gable, Frank Sinatra, Ava Gardner und John Wayne Stammgäste in den roten Lederkabinen des Lokals. Während das Formosa Bestand hatte und seine Legende wuchs – darunter auch einige Mitarbeiter, die dort jahrzehntelang arbeiteten –, tauchte es selbst in Filmen wie L.A. Confidential, Swingers, Nurse Betty und Still Breathing auf. Nachdem es einige Male knapp dem Aus aufgrund neuer Bauprojekte entkommen ist, darunter eine plötzliche Schließung im Jahr 2016, serviert das Formosa weiterhin starke Drinks und chinesisch inspirierte Küche in einer Umgebung, die reich an authentischer Hollywood-Geschichte ist.
Barney’s Beanery – The Original, West Hollywood
Das ursprüngliche Barney’s Beanery ist ein weiteres legendäres Lokal, das auf der Leinwand und unter den Stars kein Unbekannter ist. Es feiert nächstes Jahr sein hundertjähriges Jubiläum in WeHo und war in den Anfangsjahren der Route 66 ein willkommener Ort für erschöpfte Reisende, als Barney’s praktisch mitten im Nirgendwo lag. Das Lokal tauchte fast wöchentlich in der erfolgreichen Krimiserie „Columbo“ aus den 1970er Jahren auf, in der Lieutenant Columbo (gespielt von Peter Falk) ein Chili-liebender Stammgast ist. Während der erste Auftritt des Barney’s-Interieurs in der Serie tatsächlich vor Ort gedreht wurde, kam danach ein nachgebautes Set zum Einsatz, obwohl „echte“ Außenaufnahmen die Serie während ihrer achtjährigen Laufzeit immer wieder durchzogen. Das Barney’s in West Hollywood war auch in den 1980er-Jahre-Filmen „Was für ein Genie“ und „Der Tod kommt zweimal“ zu sehen; in „The Doors“ aus dem Jahr 1991, in dem Val Kilmer Jim Morrison darstellt, der an die Bar uriniert; sowie in der Komödie „Unzertrennlich“ aus dem Jahr 2003.
Santa Monica Pier & Looff Hippodrome, Santa Monica
Die Anzahl der Filme und Fernsehsendungen, die am Santa Monica Pier – dem symbolischen, aber nicht tatsächlichen westlichen Endpunkt der Route 66 – gedreht wurden, könnte einen ganzen Artikel füllen. Der Pier liegt in der „Studiozone“ der Unterhaltungsindustrie (die die Mitarbeitervergünstigungen für die Arbeit innerhalb und außerhalb dieser Zone regelt) und blickt auf eine lange Filmgeschichte zurück, die bis zur Stummfilmkomödie „Tillies gestörte Romanze“ aus dem Jahr 1914 reicht und unter anderem „Fahr zur Hölle, Liebling" (1975), „Mein großer Freund Joe“ (1998) sowie in den 2000er Jahren „Nicht noch ein Teenie-Film!“ und „Hannah Montana - Der Film“ umfasst. Das Restaurant Bubba Gump Shrimp Company auf dem Pier ist eine Anspielung auf seinen Auftritt in Tom Hanks’ Klassiker „Forrest Gump“. Im Fernsehen war der Santa Monica Pier in zahlreichen Serien zu sehen, von „The Rockford Files“ und „Charlie’s Angels“ bis hin zu „Grey’s Anatomy“ und sogar „South Park“. Gleich nebenan am Newcomb Pier befindet sich das Looff Hippodrome, ein historisches Karussell am Strand, in dem Paul Newmans Figur in dem mehrfach mit dem Oscar ausgezeichneten Film „Der Clou“ aus dem Jahr 1973 lebt und arbeitet.